• ein digitaler Raum von Sebastian Lex

Riatt Mutta

2009.07.03 | Kat. Plastik
03:

Im Folgenden: wie bastle ich mir ein Monster …

Die Idee zur Figur stammt aus einem alten Skizzenblock aus meiner Zeit in Madrid. Im Cafe sitzend mit Frank Keller hieß es damals oft: Zeichnen üben – Monster malen. Ursprünglich modelliert wurde das Biest schon mal digital, in dem Programm Blender, man sieht einen Ausdruck links unten im Bild. Dieser wiederrum diente für das modellieren der Clayfigur als Ausgangspunkt. Der Name “Riatt” ist in Anlehnung an Bay Raitt zu sehen, ein früher Theoretiker und Praktiker des subdivision modelings, einfach ein Meister des modellierens. Das Bild unten zeigt die 1:1 Vorlage nach der das Drahtskelett angefertigt wurde.

Das Drahtskelett wurde auf eine MDF Platte montiert und in die gewünschte Pose gebogen.

Arm- und Kopfdraht sind in viereckige Kupferprofile verklebt und auf größere auf dem Torso befindliche Profile gesteckt. Dadurch sind die Extremitäten abnehmbar, was das detaillierte modellieren erleichtert. Diese Technik, auch die Montage auf dem Brett mittels Klempnerrohr wird eingehend auf der Sculpture 1 Workshop DVD von John Brown beschrieben.

Die weiteren Bilder zeigen das schrittweise modellieren und formen der Figur bis zur fertigen Plastik. Hilfsmittel für das Modellieren waren klassische Modellierwerkzeuge für Ton, es lohnt sich aber sein eigenes Werkzeug anzufertigen. Da wachsbasierter Ton, wie der hier verwendete von Chavant, durch Wärme weich und knetbar gemacht wird, ist für die Arbeit ein Ofen nötig. Diesen kann man sich sehr einfach aus einem Pappkarton, Alufolie sowie einer Glühbirne (keine Energiesparlampe!!) als Heizelement selbst bauen. Schon verarbeiteter Ton kann wieder im Ofen erwärmt werden. Für arbeiten am Modell die in weichem bis fast flüssigem Zustand vollbracht werden mussten, wurde  ein Heißluftföhn, ein Micro-Gasbrenner und zur Schockkühlung ein Kältespray verwendet.

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